Verlässlichkeit und Leistungsstärke als Erfolgsfaktoren

Vertreterversammlung Volksbank eG / 161 Vertreter beschließen das Geschäftsjahr 2016 / Vorstand und Aufsichtsrat ziehen positive Bilanz / Dividende in Höhe von 6,50 % für 30.597 Mitglieder

Wolfenbüttel, 13. Juni 2017

Zum ersten Mal nach der Fusion fanden sich 161 stimmberechtigte Vertreter der Volksbank eG, Wolfenbüttel in der Lindenhalle in Wolfenbüttel zur ordentlichen Vertreterversammlung ein, um das Geschäftsjahr 2016 zu beschließen.

Bei der Begrüßung wurde deutlich, dass diese Vertreterversammlung auch eine bedeutende für den Aufsichtsrat und Vorstand der Bank war, denn in dieser Konstellation fand die Sitzung zum ersten Mal statt. Nachdem noch im letzten Jahr die Vertreter und Mitglieder der Volksbanken Helmstedt, Vechelde-Wendeburg und Wolfenbüttel-Salzgitter in den beschlussfassenden Versammlungen der Fusion zur neuen Volksbank eG zugestimmt hatten, konnte man heute auf eine erfolgreich abgeschlossene Fusion mit strategischen Weichenstellungen und ein ebenso wirtschaftlich gewinnbringendes Jahr 2016 zurückblicken.

Vorstandssprecher Ernst Gruber betonte am Anfang seines Berichtes, dass die geschäftliche Entwicklung der Bank sehr stark von der „Großwetterlage der Gesamtwirtschaft und den Kapitalmärkten, den politischen Vorgaben und den aufsichtsrechtlichen Erfordernissen“ geprägt sei. Die Rahmenbedingungen seien bis heute nicht besser geworden – ganz im Gegenteil. Vor allem die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der weitere Aufbau aufsichtsrechtlicher Anforderungen lasse der gesamten Finanzbranche kaum noch Luft zum Atmen.

Im Bericht des Vorstandes erhielten die Zuhörer die Information, dass die Bilanzsumme von 3,2 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro gesteigert werden konnte. Die Kundenkredite wie auch die Kundeneinlagen waren in 2016 gemeinsam Treiber des Wachstums. Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kunden stiegen trotz hoher Rückflüsse aus Tilgungen deutlich um 6,8 Prozent auf 984 Mio. Euro. Dank der vorhandenen Liquidität und Risikotragfähigkeit war die Volksbank jederzeit in der Lage, vertretbare Kreditwünsche zu erfüllen. Das im Verbund betreute Kundenkreditvolumen stieg in 2016 nochmals um 43 Mio. Euro bzw. 10,4 Prozent auf 455 Mio. Euro. In Summe ergibt sich ein stattliches Wachstum von 105 Mio. Euro bzw. 8 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro.

Während sich die Forderungen an Banken um 34 Mio. Euro reduzierten, erhöhten sich die Wertpapieranlagen um 25 Mio. Euro auf 515 Mio. Euro. Diese Positionen dienen insbesondere der Anlage liquider Mittel und der Sicherstellung einer ständigen Zahlungsbereitschaft.

Die Einlagen der Kunden erhöhten sich deutlich und sind unverändert die maßgebliche Refinanzierungsquelle der Volksbank. Die bilanzwirksamen Kundeneinlagen stiegen in 2016 um 6,2 Prozent bzw. 82 Mio. Euro auf 1,4 Mrd. Euro.

Im Dienstleistungsgeschäft konnte das sehr gute Vorjahresniveau nicht ganz erreicht werden. Es bleibt aber ein wichtiger und stabiler Geschäftsbereich der Bank. Die Entwicklung ist auch dem Niedrigzinsniveau geschuldet. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die in der Verbundbilanz ausgewiesenen Kundenanlagen um rund 1 Prozent auf 805 Mio. Euro. Führt man auch hier beide Summen zusammen, ergibt sich ein Zuwachs um 92 Mio. Euro auf 2,2 Mrd. Euro.

Das Vertrauen der Mitglieder und Kunden in die qualitativen Finanzdienstleistungen und in die Kompetenz der Mitarbeiter hat dazu geführt, dass trotz des zunehmenden Kosten- und Margendrucks ein Plus von 197 Mio. Euro auf 3,7 Mrd. Euro bei dem betreuten Kundenwertvolumen verzeichnet werden konnte. Die gewerblichen Kredite waren hierbei maßgeblicher Wachstumstreiber.

Ein angemessenes haftendes Eigenkapital bildet neben der stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik. Das gezeichnete Kapital (Geschäftsguthaben) reduzierte sich um 159 TEuro auf 11,3 Mio. Euro. Das wirtschaftliche Eigenkapital der Volksbank erhöhte sich in 2016 durch die Zuweisung aus dem Vorjahresgewinn und eine Vorwegzuweisung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 5 Mio. Euro. Eine weitere Zuführung soll aus dem Ergebnis für 2016 mit 2,95 Mio. Euro erfolgen. Insgesamt wird die Bank über ein bilanziell ausgewiesenes Eigenkapital in Höhe von 188 Mio. Euro verfügen.

Die Volksbank verfügt damit nicht nur über eine überdurchschnittliche Eigenkapitalquote von 11,1 Prozent der Bilanzsumme, sondern auch die Struktur der Eigenkapitalbestandteile hat sich weiter verbessert. Die vorgegebenen aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen (CRR) wurden im Geschäftsjahr stets gut eingehalten.

Die Kernkapitalquote betrug zum Jahresende 13,6 Prozent und die Gesamtkapitalquote 15,6 Prozent. „Beide Werte sind gut und bieten ausreichenden Spielraum für künftiges Wachstum.“, so Gruber. „Für akute Ausfallrisiken ist in vollem Umfang Risikovorsorge gebildet. Daneben stehen für latente Risiken zusätzlich Pauschalwertberichtigen sowie versteuerte Vorsorgereserven gemäß 340f HGB in ausreichendem Umfang zur Verfügung.“

Der Zinsüberschuss sank um 3,3 Mio. EUR auf 44,2 Mio. Euro. Im Ergebnis spürt die Bank die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik erstmals deutlich in der Gewinn- und Verlustrechnung. „Diese Zinsergebnisse werden auch für unsere Volksbank nicht mehr erreichbar sein. Das sich nahezu bei „Null“ bewegende Zinsniveau und die von der EZB verhängten Strafzinsen in Höhe von -0,4 Prozent werden auch in unserer Ertragsrechnung zu einer weiteren Erosion der Zinseinnahmen führen.“, so der Vorstandssprecher. Erst am letzten Donnerstag habe Mario Draghi verkündet, dass an der Zinspolitik festgehalten werde und auch die Anleihekäufe mit rund 60 Mrd. EUR pro Monat bis Jahresende fortgesetzt würden.

Der Provisionsüberschuss der Bank verringerte sich um 1,1 Mio. Euro auf 16,3 Mio. Euro. Hier ist ein wichtiger Indikator die Bindung vieler Mitarbeiter/innen in den Fusionsprozess und zahlreichen Projekten. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres sieht die Bank bereits eine deutliche Belebung, so dass auf Jahresbasis wieder ein verbessertes Provisionsergebnis erwartet wird.

Die Verwaltungsaufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um rund 1,2 Mio. Euro verringert. Berücksichtigen muss man, dass sich die durch den Gesetzgeber veranlasste Änderung bei den Pensionsabzinsungen, positiv bei den Personalkosten niederschlug. In den anderen Verwaltungsaufwendungen sind Fusionskosten in Höhe von rund 1,8 Mio. Euro enthalten.

Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit sank um 1,5 Mio. Euro auf 15,5 Mio. Euro.

Nach Steuerzahlungen in Höhe von 6,8 Mio. Euro (Vorjahr 5,6 Mio. Euro) verbleibt ein Jahresüberschuss in Höhe von rund 3,7 Euro. Mit dem erwirtschaften Ergebnis sind Aufsichtsrat und Vorstand zufrieden.

Mit seiner Ausführung über die Volksbank mit Herz machte Ernst Gruber, Vorstandssprecher, deutlich, dass die starke Marke „Volksbank“ mit dem Herz als Sympathieträger eine Symbiose bildet. „Unsere Grundbotschaft „Volksbank mit Herz“ steht neben der Herzlichkeit für Verlässlichkeit, Leistungsstärke, Bodenständigkeit und regionales Engagement.“, führte Gruber weiter aus. Dass diese strategischen Eckpfeiler der richtige Weg sind, sehe man auch daran, dass die Bank kürzlich erneut in Salzgitter und Wolfenbüttel als  „Beste Bank vor Ort“ von der  Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH ausgezeichnet wurde.

Deutschlands größter und einziger unabhängiger Bankentester führte in weiteren 400 Städten die Qualitätsprüfung durch und bestätigt mit dem Qualitätssiegel die Leistungsfähigkeit und Beratungsqualität der Banken vor Ort.

Und die „Volksbank mit Herz“ ist sich neben den aussagekräftigen Zahlen und der Auszeichnung „Beste Bank“ auch der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst. Sie ist wichtiger strategischer Eckpfeiler. Deshalb stand auch 2016 das regionale Engagement im Fokus. Insgesamt wurden 365.563 Euro als Spenden oder Sponsoring an Vereine und Einrichtungen, Kindergärten und Schulen, Musik- oder Sportveranstaltungen sowie als Förderung für Kinder und Jugendliche vergeben.

Auch die Investition in den Nachwuchs ist für die Bank ein genossenschaftliches Selbstverständnis. Zum 31.12.2016 beschäftigte die Bank 39 Auszubildende und in diesem Jahr beginnen 14 junge Menschen ihre Ausbildung.

Vorausschauend auf die nächsten Jahre ist laut Vorstandssprecher mit einem unverändert herausfordernden Umfeld zu rechnen – trotzdem erwarte die Volksbank ein grundsolides Geschäftsjahr 2017.

Neben den Herausforderungen im Finanzbereich werde das Thema „Digitalisierung“ eines der zentralen Einflussfaktoren der Unternehmenspolitik sein. Dabei sei es von großer Bedeutung, dass die Bank verantwortungsvoll und zukunftsorientiert die technischen Prozesse mit der persönlichen Beratung und dem Bekenntnis zur Region kombiniert und zusammenführt. Mit der bevorstehenden Umstellung des Bankverfahrens der Volksbank im Frühjahr 2018 öffnet sich der Blick für neue digitale Ökosysteme, die für die gesamte genossenschaftliche Finanzgruppe zunehmend von Bedeutung sind. Gerade als regionales Bankinstitut mit einer klaren Ausrichtung auf Mitglieder, Kunden und der Realwirtschaft stellt sich mit der Digitalisierung die Frage, was dieser Wandel für das Selbstverständnis aber auch für die Erwartungen der Marktteilnehmer bedeutet. Die Kunden schätzen nach wie vor effiziente und kurze Entscheidungswege, die eine Bank vor Ort bietet. Sie erwarten aber auch ein komplettes digitales Leistungsangebot, digitale Prozesse, Banking-Apps, Omnikanalvertrieb und Onlineabschlussstrecken. „Wir müssen uns daher so positionieren, dass wir auch als moderner Finanzdienstleister in der digitalen Sphäre wahrgenommen werden. Dabei bleiben Werte und Identität auch in der digitalen Welt wichtige Leitplanken für unser dauerhaft erfolgreiches Bankgeschäft.“, so Gruber.

Der anschließende Bericht des Aufsichtsrates untermauerte die Ausführungen des Vorstandes. „Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr seine ihm nach Gesetz und Satzung vorgeschriebenen und übertragenden Aufgaben wahrgenommen und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse.“, so Gerhard Schwetje, Aufsichtsratsvorsichtender. Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses wurden mit dem Vorstand eingehend erörtert, geprüft und für in Ordnung befunden.

In seinem Bericht empfahl der Aufsichtsratsvorsitzende der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2016 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschlusses zu beschließen.

Die Feststellung des Jahresabschlusses 2016 erfolgte einstimmig.

Der Verwendung des Jahresüberschusses stimmten die Vertreter zu. Neben der Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen wurde der Jahresüberschuss für die

Ausschüttung der Dividende in Höhe von 6,50%, d. h. 731.280,71 Euro an die Mitglieder der Bank beschlossen.

Im Anschluss an die Beschlussfassung folgten die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates.

Den Wahlen zum Aufsichtsrat stimmten die Vertreter zu. Wiedergewählt wurden die Herren Nael El Nahawi und Gerhard Schwetje. Ebenso wurde der vorgezogenen Wiederwahl von Hartmut Grobe zugestimmt.

Aufsichtsratsmitglied Jürgen-Detlef Schön schied altersbedingt aus. Vorstand und Aufsichtsrat dankten ihm von Herzen für seine jahrzehntelange professionelle und engagierte Tätigkeit in diesem Gremium. Als neues Aufsichtsratsmitglied wurde Rechtsanwalt und Notar Dr. Philipp Sticherling aus Helmstedt vorgeschlagen und in den Aufsichtsrat gewählt.

Die unter TOP 8 und 9 vorgelegten Satzungsänderungen und Änderung der Wahlordnung wurden von der Versammlung genehmigt.

Die Volksbank mit Herz blickt zuversichtlich in die nächsten Jahre – immer unter der Prämisse verantwortungsvoll und zuverlässig für die Mitglieder, Kunden und Geschäftspartner sowie das Wirtschaftsunternehmen „Volksbank“ zu handeln. Aufsichtsrat und Vorstand bedankten sich bei allen Vertretern, Mitgliedern, Kunden und Geschäftspartner für das entgegengebrachte Vertrauen. Die Bank werde alles dafür tun, dass sie auch in Zukunft der verlässliche Finanzpartner ist.

Kurz und knapp:

-       betreutes Kundenwertvolumen: 3.648 Mio. Euro

-       Bilanzsumme: 1.792 Mio. Euro

-       Einlagen von Kunden: 1.401 Mio. Euro

-       Kredite an Kunden: 984 Mio. Euro

-       Eigenkapital laut Bilanz: 188 Mio. Euro

-       109.525 Kunden           

-       30.597 Mitglieder           

-       37 Kompetenz- und Beratungscenter

-       475 Mitarbeiter

-       39 Auszubildende

-       360.205 Einwohner im Geschäftsgebiet profitierten von 365.563 Euro Spenden oder Sponsoring

-       6.286.879 Euro Steuern hat die Bank in den Wirtschaftskreislauf gezahlt

-       16.594.632 Euro Nettolöhne und –gehälter flossen als Kaufkraft in die Region.

 

Text: Volksbank

Foto: Frank Bierstedt

 

Vorstand und Aufsichtsrat blicken auf ein erfolgreiches 2016 zurück. v.l.n.r: Helmuth Kellner, Thomas Stolper, Gerhard Schwetje (Aufsichtsratsvorsitzender), Ralf Schulz, Matthias Gericke, Ernst Gruber (Vorstandssprecher)